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Abnehmen10 Min. Lesezeit

Blutdruck und Abnehmen: Was sich für Ihr Herz verändert

Geschrieben von Docalo-RedaktionsteamVeröffentlicht 2. Oktober 2026Aktualisiert

Abnehmen senkt den Blutdruck im Schnitt um etwa 1 mmHg pro Kilo. Hier finden Sie die ärztlichen Zielwerte, die Ergebnisse der SELECT-Studie und Tipps zu Salz, Alkohol und Bewegung.

Eine aufgerollte Blutdruckmanschette neben ihrer Tasche, eine Schale mit Orangen und Bananen, Mineralwasser und eine gefaltete Landkarte auf einem sonnigen Tisch.
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Das Wichtigste - In einer Metaanalyse randomisierter Studien sank der Blutdruck im Durchschnitt um etwa 1 mmHg pro abgenommenem Kilo. - Die europäischen Leitlinien streben bei den meisten Erwachsenen unter Behandlung einen systolischen Blutdruck von 120-129 mmHg an, sofern dieser gut vertragen wird. Die britische Leitlinie verwendet etwas andere Grenzwerte. - In der SELECT-Studie hatten Menschen mit bestehender Herzerkrankung und Übergewicht oder Adipositas unter einem wöchentlich gespritzten Medikament auf GLP-1-Basis 20 % weniger schwere kardiovaskuläre Ereignisse als unter Placebo. - Weniger Salz, weniger Alkohol und regelmäßige Bewegung senken den Blutdruck ebenfalls, und die Effekte addieren sich. - Setzen Sie Blutdruckmedikamente niemals eigenmächtig ab und ändern Sie die Dosis nicht selbst. Bei sinkendem Gewicht muss die Dosis manchmal verringert werden, das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

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Wenn man Ihnen gesagt hat, Ihr Blutdruck sei zu hoch oder „etwas erhöht“, hat man Ihnen vermutlich auch geraten abzunehmen. Das stimmt, und die Wirkung ist größer, als viele erwarten.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Gewicht und Blutdruck zusammenhängen, wie viel Abnehmen bewirkt, welche Zielwerte Ärztinnen und Ärzte verwenden, was die SELECT-Studie zu Herzereignissen gezeigt hat und welche weiteren Schritte helfen.

Warum der Blutdruck wichtig ist

Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das Blut gegen die Wände Ihrer Arterien drückt. Er wird mit zwei Zahlen angegeben: dem systolischen Wert (Druck beim Herzschlag) über dem diastolischen Wert (Druck zwischen den Schlägen), gemessen in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg).

Bluthochdruck verursacht selten Beschwerden, belastet aber über Jahre das Herz und schädigt die Blutgefäße. Er gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen und Demenz. Wer ihn auf sichere Weise senkt, verringert diese Risiken.

Wie das Gewicht den Blutdruck beeinflusst

Zusätzliches Körpergewicht, besonders Fett im Bauchraum, erhöht den Blutdruck auf mehreren Wegen. Das Herz muss mehr Blut pumpen, die Nieren halten mehr Salz und Wasser zurück, das Nervensystem, das die Blutgefäße steuert, wird aktiver, und eine Insulinresistenz beeinträchtigt die Entspannung der Gefäße. Auch die Schlafapnoe, die bei höherem Gewicht häufiger auftritt, treibt den Blutdruck in die Höhe. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Schlafapnoe und Abnehmen.

Wie viel bringt das Abnehmen?

Eine Metaanalyse von 25 randomisierten Studien mit knapp 5.000 Teilnehmenden ergab, dass der systolische und der diastolische Blutdruck im Durchschnitt jeweils um etwa 1 mmHg pro abgenommenem Kilo sanken. Ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von rund 5 kg senkte den Blutdruck um etwa 4,4/3,6 mmHg.

Das klingt wenig, summiert sich aber: Schon einige mmHg weniger bedeuten in der Bevölkerung weniger Schlaganfälle und Herzinfarkte. Die Reaktion ist individuell verschieden: Manche Menschen erreichen einen deutlich stärkeren Rückgang, andere einen geringeren. Der Nutzen hängt außerdem davon ab, das Gewicht dauerhaft zu halten.

Blutdruck-Zielwerte

Verschiedene Leitlinien verwenden leicht unterschiedliche Werte. Die ESC-Leitlinien 2024, die in ganz Europa gelten, führten die Kategorie „erhöhter Blutdruck“ und einen niedrigeren Behandlungszielwert ein. Die NICE-Leitlinie zu Bluthochdruck, die in Großbritannien verwendet wird, legt ihre Zielwerte nach Alter fest.

ESC 2024 (Europa)NICE NG136 (Großbritannien)
Nicht erhöht / normalUnter 120/70 mmHgUnter 140/90 mmHg in der Praxis
Erhöhter Blutdruck120-139/70-89 mmHgKeine eigene Kategorie
Bluthochdruck (Hypertonie)140/90 mmHg oder höherPraxis 140/90 oder höher, bestätigt durch Heim- oder 24-Stunden-Messungen von 135/85 oder höher
Behandlungsziel, die meisten ErwachsenenSystolisch 120-129 mmHg, wenn gut vertragenUnter 80 Jahren: unter 140/90 in der Praxis (unter 135/85 zu Hause)
Behandlungsziel, ältere oder gebrechliche ErwachseneSo niedrig wie vernünftigerweise erreichbar, individuell festgelegt80 Jahre und älter: unter 150/90 in der Praxis (unter 145/85 zu Hause)

Ihr persönlicher Zielwert hängt von Ihrem Alter, von weiteren Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen und davon ab, wie gut Sie die Behandlung vertragen. Messwerte zu Hause liegen meist etwas niedriger als in der Praxis, deshalb unterscheiden sich die Zielwerte.

Zu Hause messen

Die Selbstmessung zu Hause liefert ein besseres Bild als eine einzelne Messung in der Praxis. Verwenden Sie ein validiertes Oberarmgerät, sitzen Sie vorher fünf Minuten ruhig, halten Sie den Arm in Herzhöhe aufgestützt und messen Sie morgens und abends mehrere Tage lang jeweils zweimal im Abstand von einer Minute. Teilen Sie den Durchschnittswert Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit.

Was die SELECT-Studie gezeigt hat

Ein niedrigerer Blutdruck ist ein Weg, auf dem Abnehmen das Herz schützen kann. Entscheidender ist aber die Frage, ob dadurch weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten. Die SELECT-Studie war die erste große Studie, die bei Menschen ohne Diabetes mit einem Medikament zur Gewichtsabnahme weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und kardiovaskuläre Todesfälle zeigte.

Sie umfasste 17.604 Erwachsene ab 45 Jahren mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung (zum Beispiel einem früheren Herzinfarkt oder Schlaganfall) und einem BMI von 27 oder mehr, aber ohne Diabetes. Die Teilnehmenden erhielten per Zufall entweder ein einmal wöchentlich gespritztes Medikament auf GLP-1-Basis oder ein Placebo, zusätzlich zur üblichen Herzbehandlung, und wurden im Durchschnitt etwa 40 Monate lang beobachtet.

  • Schwere kardiovaskuläre Ereignisse (kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Herzinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall) traten in der Medikamentengruppe bei 6,5 % und in der Placebogruppe bei 8,0 % auf, eine relative Reduktion um 20 %.
  • Die Behandlung wurde unter dem Medikament (etwa 17 %) häufiger wegen Nebenwirkungen abgebrochen als unter Placebo (etwa 8 %), vor allem wegen Beschwerden im Verdauungstrakt.

Einschränkungen sind hier wichtig:

  • Die Ergebnisse gelten für Menschen, die bereits eine Herzerkrankung hatten, nicht für alle Menschen mit Übergewicht;
  • der absolute Unterschied betrug 1,5 Prozentpunkte über rund drei Jahre, die meisten Teilnehmenden beider Gruppen hatten also kein Ereignis;
  • es ist nicht klar, wie viel des Nutzens auf den Gewichtsverlust selbst und wie viel auf andere Wirkungen des Medikaments zurückgeht;
  • die Studie wurde vom Hersteller finanziert.

Ein Medikament zur Gewichtsabnahme ersetzt keine Blutdruck-, Cholesterin- oder sonstigen Herzmedikamente.

Weitere Veränderungen, die den Blutdruck senken

Abnehmen wirkt am besten zusammen mit anderen Maßnahmen. Jede einzelne bringt ein wenig, gemeinsam können sie einen spürbaren Unterschied machen.

Weniger Salz

Der meiste Salzkonsum stammt aus Brot, verarbeitetem Fleisch, Käse, Fertiggerichten, Soßen und Snacks, nicht aus dem Salzstreuer. Die ESC-Leitlinien empfehlen, Natrium auf etwa 2 g pro Tag zu begrenzen, das entspricht rund 5 g Salz oder einem gestrichenen Teelöffel. Am meisten helfen ein Blick auf die Etiketten und häufigeres Kochen mit frischen Zutaten.

Weniger Alkohol

Alkohol erhöht den Blutdruck, und regelmäßiger stärkerer Konsum erschwert seine Einstellung. Außerdem liefert er zusätzliche Energie und kann den Appetit steigern. WHO Europe erklärt, dass es keine gesundheitlich unbedenkliche Alkoholmenge gibt, weniger ist also besser. Praktische Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Alkohol und Abnehmen.

Regelmäßig bewegen

Regelmäßige Bewegung senkt den Blutdruck unabhängig vom Gewichtsverlust. Die WHO-Leitlinien zur körperlichen Aktivität empfehlen 150-300 Minuten moderate Aktivität pro Woche, etwa zügiges Gehen oder Radfahren, plus muskelkräftigende Übungen an zwei oder mehr Tagen. Wenn Sie eine Herzerkrankung oder sehr hohen Blutdruck haben, sprechen Sie vor anstrengenden Aktivitäten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Mehr kaliumreiche Lebensmittel

Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Milchprodukte enthalten Kalium, das die Wirkung von Salz teilweise ausgleicht. Wenn Sie eine Nierenerkrankung haben oder bestimmte Medikamente einnehmen, fragen Sie zuerst Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, denn Kalium muss dann unter Umständen begrenzt werden.

Andere Risikofaktoren im Blick behalten

Bluthochdruck geht häufig mit erhöhtem Blutzucker und erhöhtem Cholesterin einher. Abnehmen verbessert tendenziell alle drei Werte. Unser Artikel Prädiabetes und Abnehmen erklärt die Blutzuckerseite. Wie viel Energie Sie ungefähr täglich verbrauchen, zeigt Ihnen als Anhaltspunkt der TDEE-Rechner.

Blutdruckmedikamente und Abnehmen

Wenn Sie Blutdruckmedikamente einnehmen und abzunehmen beginnen, kann Ihr Blutdruck sinken. Manchmal sinkt er so stark, dass die Dosis verringert werden muss. Schwindel oder Benommenheit beim Aufstehen können ein Hinweis sein. Nehmen Sie Ihre Medikamente weiter wie verordnet ein, messen Sie zu Hause weiter und sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Bescheid, wenn Ihre Werte fallen oder Sie sich unwohl fühlen. Setzen Sie Blutdruckmedikamente niemals eigenmächtig ab.

Wann eine ärztlich begleitete Gewichtsreduktion infrage kommt

Wenn es medizinisch angebracht ist, kann eine Ärztin oder ein Arzt ein Medikament zur Gewichtsabnahme verschreiben, bei Adipositas oder bei Übergewicht mit Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck. Es wirkt zusammen mit Ernährung, Bewegung und der übrigen Herzbehandlung, nicht anstelle davon. Vor der Entscheidung prüft der Arzt Ihren Blutdruck, Ihre Herzgeschichte und Ihre aktuellen Medikamente.

Wie Docalo helfen kann

Docalo ist ein Online-Ärzteservice, der sich ausschließlich auf das Abnehmen konzentriert. Die Mitgliedschaft für 49 €/Monat umfasst die ärztliche Konsultation, einen persönlichen Plan und die Nachbetreuung.

Ein zugelassener Arzt prüft Ihren Gesundheitsfragebogen und entscheidet, ob eine Behandlung für Sie geeignet ist. Wird ein Medikament verschrieben, bezahlen Sie es separat in der Apotheke. Wenn Sie bereit sind, können Sie Ihre Konsultation starten.

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HÄUFIGE FRAGEN

Häufig gestellte Fragen

In einer Metaanalyse randomisierter Studien sank der Blutdruck im Durchschnitt um etwa 1 mmHg systolisch und 1 mmHg diastolisch pro abgenommenem Kilo. Ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von etwa 5 kg senkte den Blutdruck um rund 4,4/3,6 mmHg. Die Reaktion ist individuell verschieden, und für einen dauerhaften Nutzen ist es wichtig, das Gewicht zu halten.

Quellen

  1. Neter JE et al. Influence of weight reduction on blood pressure: a meta-analysis of randomized controlled trials. Hypertension 2003;42:878-84.
  2. McEvoy JW et al. 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension. Eur Heart J 2024.
  3. NICE guideline NG136: Hypertension in adults: diagnosis and management.
  4. Lincoff AM et al. The SELECT trial. N Engl J Med 2023;389:2221-32.
  5. WHO Europe. No level of alcohol consumption is safe for our health. 2023.
  6. WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. 2020.

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